Hallo Heimdal,
ich habe Deinen Beitrag über den FPRD gelesen und möchte mich gerne dazu äußern. Mit Deiner Einschätzung stimme ich überwiegend nicht überein. Streckenweise drängt sich mir beim Lesen der Eindruck auf, daß Deine Formulierungen nicht ganz frei von Polemik sind. Es kommt insbesondere die Vermutung auf, daß zunächst das Urteil über diesen Rundown gefällt und dann nach passenden Argumenten gesucht wurde.
Ich bin selbst trainierter FPRD-Auditor und wende diesen Rundown seit vielen Jahren erfolgreich an. Seine Authentizität ist für mich zweitrangig, solange er funktioniert. Und das tut er, wenn man ihn richtig anwendet. Er ist hervorragend dazu geeignet, tiefe OCAs nach oben und PCs die Tonskala hinaufzubringen. Er handhabt nämlich exakt das, was den Menschen als Fall in die Situation gebracht hat, in der er heute vielfach ist, nämlich Overts und böse Zielsetzungen. Ein Thetan ist nur in dem Maße bereit, sich selbst wieder mehr Fähigkeiten zuzugestehen, wie er sich selbst vertrauen kann. Solange er destruktive Postulate hat, kann er das nicht. Er hält sich dadurch selbst in der Falle gefangen. Wenn man weiß, daß viele böse Absichten vor langer Zeit implantiert wurden, erfüllen sie auf diese Weise auch heute noch ihren Zweck.
Der FPRD kann den Unterschied ausmachen zwischen einem geretteten PC und einem völlig vermurksten Fall. Ich selbst habe ich mich in den 90er Jahren mehrere Intensive lang auf unterschiedlichen FPRD-Forms auditieren lassen. Es war das wertvollste Auditing, das ich je hatte.
LRH hat sich im Laufe seines Lebens mehrfach selbst korrigiert und sich dazu bekannt, früher einem Irrtum erlegen zu sein. Das unterstreicht seine Größe. Dabei ging es nicht nur um den "Analytischen Verstand", von dem er bereits 1961 sagte, daß es ihn gar nicht gibt, (Tech. Dict., letzte Definition von "Analytical Mind"), sondern um sehr wesentliche Dinge wie z.B. die Fehleinschätzung des Zustandes Clear im Dianetik-Buch. Auch das Thema Overts wurde im Buch I völlig falsch eingeschätzt: "Wir sind nicht an dem interessiert, was Sie getan haben, sondern nur an dem, was Ihnen angetan wurde."
Es macht daher keinen Sinn, spätere Aussagen von LRH zu bezweifeln oder als Unsinn abzutun, wenn sie sich mit früheren widersprechen. Das Gegenteil ist richtig. Man darf ihm zugestehen, durch seine Forschungen das eigene Verstehen erweitert zu haben. Der FPRD paßt jedenfalls wunderbar in sein technisches Gebäude und dessen philosophischen Überbau. Die „frühere Verwirrung“ wird keineswegs auf den Kopf gestellt, sondern ist der Dreh- und Angelpunkt beim Entstehen neuer Postulate. Letztere sind die selbsterschaffenen stabilen Daten, die die Verwirrung zu beenden scheinen.
In den o.a. Kontext gehören auch abfällige Bemerkungen über die Funktion der Rechtfertigung beim Overt. Wie LRH bereits in den HCOBs vom 21.1.60 und 7.7.64 etablierte, kommt der Rechtfertigung beim Ziehen von Overts eine zentrale Bedeutung zu. Indem der PC in neuer Zeiteinheit alle jemals benutzten Rechtfertigungen äußert, übernimmt er erst wirklich Verantwortung für sein Tun. Das passiert nicht, indem er nur Itsa über den Overt macht. Das alte (unrevidierte) Confessional-Verfahren ist deshalb unter einem therapeutischen Gesichtspunkt ein weitgehend untaugliches Werkzeug.
Ohne jetzt zu sehr in technische Details zu gehen, möchte ich noch auf die Blutsbrüderschaft zwischen bösen Absichten und Service Faksimiles hinweisen. (Siehe z.B. HCOB 6.9.78 II). Manchmal unterscheidet sich der Wortlaut für die eine oder andere Kategorie nur in einem Wort. Beides sind Postulate, die die Person vollständig beherrschen. Beide hindern die Person daran, vernünftig zu denken und zu handeln und beide weichen normalem Auditing nicht. Wer wegen einer zugrundeliegenden bösen Absicht Overts begeht, begeht sie zwanghaft. Kein noch so gut gemachter SecCheck wird ihn davon abhalten, sie immer wieder neu zu begehen.
Und niemand sollte so selbstgefällig sein und glauben, er selbst hätte keine bösen Zielsetzungen. Im HCO-Infobrief vom 2.4.64, "Zwei Arten von Menschen", sagt LRH: "Etwa die Hälfte der Ziele eines jeden beliebigen Individuums sind konstruktiv, die übrigen sind destruktiv." Daß in der Gesellschaft trotzdem nicht ständig Chaos und Anarchie herrschen, ist nur der Wirksamkeit von aktiver oder passiver Ethik zu verdanken.
Als Auditor möchte ich aber mehr. Ich möchte
Menschen hervorbringen, die die Tonskala hinaufgehen und dort bleiben.
Jemand, der sich durch die Anwendung von Ethik selbst kontrolliert und
sich erfolgreich daran hindert, seine bösen Absichten im Leben
zu dramatisieren, ist deswegen alleine noch nicht glücklich,
im Gegenteil. Wer also den FPRD als technische Antwort auf destruktive
Postulate verteufelt, möge funktionierende Alternativen
aufzeigen. Ich kenne keine. ExDn ist kein vollwertiger Ersatz, weil
für Clears und OTs nicht anwendbar.
Artikel von Heimdal über den FPRD